Gesellschaft für vergleichende Kunstforschung

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Die Geschichte der Gesellschaft für vergleichende Kunstforschung

Die Gesellschaft für vergleichende Kunstforschung wurde am 4. Februar 1934 von Josef Strzygowski (1862-1941) gegründet. Schon um 1920 hatte er die Idee, eine "Internationale Gesellschaft für vergleichende Kunstforschung" ins Leben zu rufen. Diese sollte ein Forschungsinstitut für bildende Kunst aller Zeiten und Völker darstellen. Tatsächlich wurde die Gesellschaft für vergleichende Kunstforschung aber erst gegründet, als Strzygowski aus dem Lehramt ausschied und sein Institut aufgelöst wurde, um die 1920 geteilten Lehrkanzeln (1. und 2. Kunsthistorisches Institut) wieder zu einer zusammenzuführen.
 
Ziel der Gesellschaft war und ist es zu forschen, Vorträge, Kurse und Exkursionen abzuhalten und die Ergebnisse zu publizieren. Die Gesellschaft wurde von Strzygowki bis zu seinem Tod am 2. Jänner 1941 geleitet. Die erste Publikation der Gesellschaft stellt das 11. Heft der "Beiträge zur vergleichenden Kunstforschung" dar, welche zuvor vom 1. Kunsthistorischen Institut der Universität Wien herausgegeben wurden. Weiters erschien zwischen 1936-1943 die erste umfassende Kunstgeschichte Österreichs ("Bildende Kunst in Österreich"), herausgegeben von Karl Ginhart (1888-1971), dem zweiten Präsidenten der Gesellschaft. Geplant war eine fünfbändige "Geschichte der bildenden Kunst in Wien". Der erste Teil "Von der Urzeit bis zur Romanik" wurde im Kriegsjahr 1944 von Richard Kurt Donin (1881-1963) herausgegeben.
 
Donin übernahm 1945 die Führung der Gesellschaft und setzte den Schwerpunkt auf die Erforschung der Österreichischen Kunst. Trotz der schwierigen Situation in der Nachkriegszeit und vor allem der Geldknappheit erschien 1955 der zweite und letzte Band der Wiener Reihe, "Die Gotik". Geplant waren Sonderveröffentlichungen, von denen allerdings nur "Die spätgotische Architektur und Anton Pilgram" von Rupert Feuchtmüller 1951 zustande kam. Seit 1948 erschienen jedoch in regelmäßiger Folge die "Mitteilungen der Gesellschaft für vergleichende Kunstforschung in Wien". Diese sollten neben Kurzaufsätzen bevorzugt den Inhalt der Vorträge bringen, welche seit der Gründung der Gesellschaft dem kunstwissenschaftlichen Universalismus Strzygowiskis entsprechend aus allen Zweigen der Kunstgeschichte gehalten wurden. Außerdem war es Donin ein Anliegen, dass alle Neuerscheinungen inklusive Dissertationen vorwiegend auf dem Gebiet der österreichischen Kunstgeschichte seit 1945 verzeichnet werden. Er leitete die Gesellschaft, welche er selbst mitbegründet hatte, bis 1963. Ihm ist es zu verdanken, durch das attraktive Programm mit Vorträgen und Kunstfahrten die Mitgliederzahl ständig gesteigert zu haben. Es gelang ihm sowohl, eine Brücke zu den jüngeren Kunsthistorikern zu schlagen, welche nicht mehr Strzygowskis Schüler waren, als auch ein breiteres nicht rein kunsthistorisches Publikum anzusprechen.
 
Der nächste Präsident, Josef Zykan (1901-1971), ehem. Landeskonservator von Wien, Niederösterreich und dem Burgenland, war selbst auch noch Schüler Strzygowskis gewesen. Er brachte in den 1960er Jahren in zahlreichen Vorträgen und Führungen sein großes Wissen und seine Erfahrung als Denkmalpfleger ein. In dieser Zeit kam es wieder zu einer engeren Bindung der Gesellschaft zum Kunsthistorischen Institut, was dem wissenschaftlichem Niveau der Gesellschaft zuträglich war. Ab Herbst 1963 wurden die Vorträge am Kunsthistorischen Institut der Universität gehalten, ab 1964 gemeinsam mit der "Kunsthistorischen Gesellschaft". Die "Mitteilungen" boten laufend die Möglichkeit, die in diesem Rahmen gehaltenen Vorträge in- und ausländischer Forscher zu publizieren. In den 1960er Jahren kam es auf Anregung von Renate Wagen-Rieger 1921-1980) zu einer kurzen Unterbrechung der "Mitteilungen" in der bisherigen Form zugunsten von Auszügen aus Dissertationen, Buchbesprechungen und einer Bibliographie der Kunstgeschichte Österreichs von 1963.
 
1971 übernahm Rupert Feuchtmüller (*1920), zunächst Mitarbeiter des Niederösterreichischen Landesmuseums und später Leiter des Wiener Dom- und Diözesanmuseums den Vereinsvorsitz. Da er sich 1980 aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen musste und Renate Wagner-Rieger im selben Jahr verstarb, kam es in den nächsten zwei Jahre zu einer interimsmäßigen Leitung der Gesellschaft, wobei die Arbeitslast vor allem auf Marlene Strauß-Zykan, der Leiterin der Ausfuhrabteilung des Bundesdenkmalamts, lag.
 
1982 wurden die Statuten geändert, wobei kunsthistorische Forschung und Dokumentation als Basis der Vereinstätigkeit festgeschrieben wurde. Darüber hinaus sollte wieder ein Brückenschlag zwischen Fachwelt und interessiertem Publikum stattfinden. Die Führung des Vereins wurde geteilt. Nach außen hin vertritt seit damals der Präsident die Gesellschaft, während die Leitung des Vorstands und der laufenden Geschäfte dem Generalsekretär zukommt. Von 1982 bis 1989 war Walter Koschatzky (1921-2003), Direktor der Graphischen Sammlung Albertina, Präsident. Ihm folgte nach mehrjähriger Vakanz 1993 Waltraud Neuwirth, bis 2002 Leiterin der Sammlungen Glas und Keramik am Österreichischen Museum für angewandte Kunst, danach Veronika Kreuzberg-Birke. Als Generalsekretär fungierte von 1982 bis 2008 Walter Krause, Professor am Kunsthistorischen Institut. 2008 folgte ihm Paul Mahringer, Leiter der Abteilung für Inventarisation und Denkmalforschung im Bundesdenkmalamt. Die Redaktion der Mitteilungen oblag seit 1982 Eckhart Vancsa, dem ehemaligen Leiter des Instituts für österreichische Kunstforschung am Denkmalamt. Auf ihn folgte Margareta Vyoral-Tschapka, ebenfalls vormalig tätig am Institut bzw. der späteren Abteilung für Inventarisation und Denkmalforschung im Bundesdenkmalamt. Somit scheint eine abermalige Trennung zwischen Kunsthistorischem Institut und Gesellschaft vollzogen. Die Vorträge finden nicht mehr gemeinsam mit der "Kunsthistorischen Gesellschaft" am Institut statt, sondern werden dem laufenden Programm entsprechend bekannt gegeben.
 
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